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Siemens in Berlin


Zöbl, Dorothea: Siemens am Rand Charlottenburgs, in: Siemens in Berlin. Spaziergänge durch die Geschichte der Elektrifizierung, Berlin 2008, S.65-121


Siemens in Erlangen




Vorsicht im Text
Insassen Zuginsassen

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Medien-Info - Deutsches Technikmuseum Berlin

 Ulrike Andres Telefon 20. Oktober 2005

„Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich zwischen 1941 und 1945 - Das Deutsche Technikmuseum portraitiert 12 Berliner Schicksale -

Ausstellungstexte Die „Judendeportationen“ aus Berlin 1941 – 1945

24. Oktober 1941

Ein Transport von Berlin mit 987 Menschen nach Litzmannstadt

Die Deportation der Juden aus der Reichshauptstadt begann am 18. Oktober 1941. Von den 20 Transporten, die zuerst in den vormals polnischen Ort Litzmannstadt (Lodz) im „Reichsgau Wartheland“ geleitet wurden, kamen 4 Sonderzüge mit zusammen 4187 Menschen aus Berlin. Im Ghetto von Lodz mussten sie Zwangsarbeit leisten und starben vielfach an Hunger und Krankheiten. Viele wurden im Mai 1942 weiter in das Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno) verschleppt. Die letzten noch im Ghetto lebenden Juden wurden im August 1944 weiter nach Auschwitz deportiert.

Die zum Transport nach Litzmannstadt aufgeforderten Berliner Juden hatten sich zwei Tage vor ihrer Deportation im Sammellager zu melden, das sich in der 1914 eingeweihten Synagoge an der Levetzowstraße 7 – 8 im Stadtbezirk Tiergarten befand.

Die ersten Sonderzüge gingen vom Bahnhof Grunewald ab und bestanden aus älteren Personenwagen 3. Klasse. Unter den 987 Menschen in diesem Transport befanden sich


14. November 1941

Ein Transport von Berlin mit 956 Menschen nach Minsk

Nach Minsk im deutsch besetzten Weißrussland wurden 7 Transporte mit Juden aus dem Deutschen Reich im November 1941 gebracht, darunter auch der „5. Osttransport“ aus Berlin. Eine Deportationsliste ist nicht erhalten.

Der Minsker Güterbahnhof im „Generalkommissariat Weißruthenien“ lag 1120 km vom Bahnhof Berlin-Grunewald entfernt. Die Fahrtroute des Zuges verlief über Warschau und Bialystok, die Fahrt im tiefen Winter dauerte vier Tage. Die Transporte nach Minsk wurden Ende November 1941 abgebrochen, weil Nachschubzüge für die Wehrmacht während der verloren gehenden Schlacht um Moskau den Vorrang erhielten.

In dem Sonderzug „Da 54“ befand sich der 54 Jahre alte ehemalige Bankdirektor Dr. Karl Loewenstein (geb. 2. Mai 1887), der zuletzt in Berlin-Weißensee, Tassostraße 5, gewohnt hatte. Sein Büro lag am Kurfürstendamm. er konnte das Lager als einziger am 13. Mai 1942 verlassen. Er wurde nach KZ Theresienstadt gebracht. Die Vorgänge in Minsk hat er später in einem Buch beschrieben.

Ein Transport von Berlin mit 1006 Menschen nach Kowno

Ebenfalls im November 1941 wurden 5 Transporte aus dem Deutschen Reich nach der Stadt mit dem polnischen Namen Kowno (litauisch: Kaunas, deutsch: Kauen) im „Generalkommissariat Litauen“ geleitet, die zunächst für das Deportationsziel Riga bestimmt waren.

Die zur Deportation am 17. November 1941 vorgesehenen Personen wurden nachts mitten durch den Berliner Westen zum Bahnhof Grunewald geführt.

Von den Herbsttransporten 1941 aus Berlin fehlen die Deportationslisten, doch können sie aus den Karteien zur Vermögenseinziehung beim Oberfinanzpräsidenten Berlin- Brandenburg zu großen Teilen rekonstruiert werden. Die Zugnummer der Reichsbahn für diesen Transport lautete vermutlich „Da 26“.

Von 1006 Personen im „6. Osttransport“ aus Berlin sind bislang 812 namentlich bekannt. Das Durchschnittsalter der Deportierten lag bei 46 Jahren, darunter 25 Kinder bis zu zehn Jahren.

In dem Transport befand sich … erschossen.

17. November 1941

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19. Januar 1942

Ein Transport von Berlin mit 1002 Menschen nach Riga

Zwischen Ende November 1941 und Anfang Februar 1942 wurden 20 Transporte mit Juden aus dem Deutschen Reich nach Riga im besetzten Lettland („Generalkommissariat Lettland“) geleitet, darunter 4 Sonderzüge aus Berlin. Die Menschen aus dem ersten Sonderzug wurden sofort nach ihrer Ankunft erschossen.

Die Gefangenen von anderen Transporte gelangten in das Ghetto von Riga, ab Sommer 1943 weiter in das Konzentrationslager Riga-Kaiserwald, etwa 2000 Menschen im Sommer 1944 nach Auschwitz und sogar wieder zurück nach Lagern im Westen.
Die Teilnehmer dieses „9. Osttransports“ aus Berlin wurden vom Bahnhof Grunewald deportiert, allerdings nicht in Personenwagen 3. Klasse, sondern – während der damals herrschenden Kältewelle – in gedeckten Güterwagen. Sie wurden zu dieser Zeit noch wegen der zahlreichen alten und liegend zu befördernden Kranken benutzt. Das Durchschnittsalter der Zuginsassen lag nämlich bei 55 Jahren; nur 19 Überlebende sind bekannt.

In dem Transport befand sich …… Bis zum Dezember 1942 konnte Ilse Chotzen, die für die Wehrmacht arbeiten musste, mit Hilfe eines Soldaten aus dem Rigaer Ghetto noch mehrere Briefe an ihre Schwiegermutter in Berlin schmuggeln, in denen sie das Schicksal der Deportierten beschrieb. Ihr Schicksal wurde in dem Buch „Nachricht von Chotzen“ beschrieben.

Ein Transport von Berlin mit 984 bis 1025 Insassen nach Warschau

Im Monat Februar 1942 waren die Deportationen aus dem Reich wegen einer Krise bei der Reichsbahn unterbrochen. Von Anfang März bis Mitte Juni 1942 gelangten anschließend 43 Transporte mit jeweils ungefähr 1000 Menschen in das „Generalgouvernement“, das besetzte Polen. 39 dieser Sonderzüge wurden zu Durchgangsghettos im Distrikt Lublin geleitet. Nach Warschau fuhren 4 Züge, darunter im April 1942 auch 2 Züge aus der Reichshauptstadt.

In Berlin wurde die Zugfahrt vom 2. April 1942 als „12. Osttransport“ bezeichnet. Dieser Sonderzug wurde auf dem Güterbahnhof Moabit am Nordring abgefertigt. Darin befanden sich 645 bis 659 Juden aus der Stadt.

Früher wurde dafür die Zielangabe „Trawniki“ genannt. Adam Czerniakow, der Vorsitzende des Warschauer Judenrats, notierte am 5. April 1942 die Ankunft von 1025 Juden in einem Zug aus Berlin. Sie wurden nicht im Ghetto der polnischen Juden, sondern in der „Quarantäne Gerichtsstraße“ in Warschau untergebracht.

Ungeklärt blieb, wieviele Juden in diesem Zug aus dem Bezirk Potsdam verschleppt worden sind, da für dieses Gebiet keine Transportliste mehr vorhanden ist. Auch die Potsdamer Juden wurden vor der Abfahrt in das Berliner Sammellager an der Levetzowstraße gebracht.

In dem Zug befanden sich außerdem wenigstens 57 Juden aus dem Bezirk Frankfurt (Oder), ...

2. April 1942

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13. Juni 1942

Ein Transport von Berlin und Potsdam mit 1030 Menschen nach Sobibór

Von den 39 Transporten mit Juden aus dem „Großdeutschen Reich“, die zwischen Anfang März und Mitte Juni 1942 in den Distrikt Lublin des „Generalgouvernements“ Polen geschickt wurden, kamen lediglich zwei Züge aus der Reichshauptstadt: ein Transport nach Piaski bei Trawniki am 28. März 1942 (der „11. Osttransport“ mit 985 Menschen) sowie der Transport vom 13. Juni 1942.

Dieser „15. Osttransport“ aus Berlin führte 748 Einwohner der Stadt mit. Zugleich war es der dritte Transport mit Juden aus Potsdam; vermutlich mit etwa 250 bis 280 Menschen aus diesem Bezirk. Von ihnen ist keine „namentliche Transportliste“ überliefert.

Darunter befanden sich 24 Kinder aus der „Israelitischen Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder“ aus Beelitz, Schlageterstraße 5 (heute Karl-Liebknecht-Straße) mit deren Leiter Sally Bein (geb. 6. November 1881). Mit ihm wurden ….
Der zweite Abtransport aus dem Schulgebäude von Beelitz erfolgte schon am 2. Juni 1942; vermutlich wurden sie danach elf Tage lang in Berlin festgehalten.

In Lublin wurden die Zuginsassen auf einem Nebengleis des Bahnhofs „selektiert“. Darauf wurde eine unbekannte Zahl von Männern im Alter zwischen 15 und 50 Jahren in das Zwangsarbeitslager Majdanek eingewiesen. Soweit heute bekannt, endeten alle anderen Menschen aus diesem Transport in den Gaskammern des Vernichtungslagers Sobibór bei Cholm am östlichen Rand des Distrikts Lublin.

Ein Transport aus Königsberg und Berlin mit 770 Menschen

nach Maly Trostinec

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